Mental Load – wenn Mamas fast der Kopf platzt

Mental Load ist in aller Munde - doch was ist das überhaupt und was macht es mit uns? Was kannst du tun? Lest selbst...

Katja Kühn

9. September 2021

Input. Input. Input. Und trotzdem dürfen wir als Mamas nix vergessen, wir müssen funktionieren und am besten auch noch nebenbei ein ganz kleines bisschen perfekt sein. Mental Load vorprogrammiert. Denn was passiert, wenn immer nur alles rein, aber nix weiter oder raus geht? Richtig, wir haben Stau im Kopf. Was macht das weiter? Ês macht kaputt. Wollt ihr das? Nein, natürlich nicht. Könnt ihr anders? Schwerstarbeit.             

Doch warum ist das eigentlich heute so allgegenwärtig? „Das sind doch nur Kleinigkeiten, an die du da denken musst“, sagt dein Mann und wenn man ganz ehrlich ist, auch das eigene Ego oder? Was ist also so schlimm daran? Ganz einfach, es ist zuviel – denn Kleinvieh macht auch Mist (faszinierend, wie weise man schon als alter Bauer war, oder?). Punkt.

Vor den Kindern, da warst du entspannt. Hast gelebt wie du es für richtig gehalten hast, hast nur Verantwortung übernommen, wenn du es auch wolltest. Dann ging es los. Das erste Kind bzw, die Kinder kamen und nun bist du der Hauptact der täglichen neuen Lieblingssoap: Mamas allein zu Haus.

Das Klopapier ist alle. Essen haben wir sowieso nie genug und vor allem nicht das, was die Kids gerade mögen. Die U-Termine darfst du nicht vergessen, weil sonst der Arzt böse Briefe schreibt, Oma und Opa haben Hochzeitstag, der dazugehörige Papa demnächst Geburtstag und was gibt es eigentlich heute zum Abendessen? Brauch ich dafür noch etwas? Was packe ich den Kids morgen für die Kita ein, der Wäscheberg wird immer größer und dann will ich nachher noch Elfriede anrufen. Ein bisschen arbeiten muss ich ja nachher auch noch…

Kommt dir bekannt vor? Mir auch… Wir haben uns in dem wir Mamas geworden sind irgendwie auch aufgebürdet „immer an alles denken zu müssen“ – war mir vorher gar nicht klar. Und dir? Macht uns ganz schön fertig, oder? 😊 Ist das eigentlich nur ein Frauenthema? Nicht unbedingt, auch Papas leiden manchmal darunter, aber irgendwie schaffen die das immer besser als wir weiblichen Wesen, da nicht sofort in die „Ich bin allmächtig“-Falle zu laufen. Da hat die Natur uns also irgendwie schon wieder erwischt 😊

Aber keine Sorge, wir können das auflösen, den Stau Stau sein lassen und die nächste Abfahrt nehmen. Das klappt aber nur, wenn dein Partner auch mitmacht und du selbst gaaaanz viel Selbstbeherrschung an den Tag legst. Wie soll das gehen, fragst du dich? Ich verrate es dir. Genau jetzt.

Mental Load ist ja nix anderes als die Kunst an alles zu denken. Selbstverständlich können nur wir als Mamas das. Falsch! Unsere Gedanken kreisen zwar immer wieder und wir machen uns Notizen in unseren Kopf-Kalendern, aber mal ganz ehrlich – wir vergessen trotzdem auch mal etwas. Denn – Reality Check – ja wir sind auch nur Menschen. Heißt im Klartext: Nein, wir müssen nicht immer perfekt sein – denn mal ganz ehrlich, wer hinterfragt das, wenn nicht nur wir selbst? Wir müssen uns bemühen, klar, nicht aufgeben, denn niedliche Kinderaugen wollen strahlen, auch klar – aber ganz wichtig: wir müssen das auch alles schaffen, ohne selbst dabei kaputt zu gehen. Sonst bringt das nämlich alles so rein gar nix.

Ja, meist sind es wir Mütter, die die Familie zusammenhalten, alles organisieren und sozusagen die desperate-management-wife sind. Wir sind die CEO´s unserer Familie und müssen ganz nebenbei sogar meist sogar den Berufsalltag meistern.  Was tut eine gute Führungskraft also? Richtig, sie sorgt dafür das es den Mitarbeitern, in unserem Falle etwas überspitzt dargestellt – den Vätern, gut geht und alle am gleichen Strang ziehen. Das heißt im Klartext müssen wir einfach auch mal besser delegieren lernen, wenn unsere Partner nicht von selbst darauf kommen, dass wir auch mal einen ruhigen Kaffee am Tag verdient hätten. Sie sind dann verwirrt und verletzt, weil wir mal wieder austicken, wütend werden und uns beklagen, weil sie keine Arbeit von alleine sehen und von uns Wunder erwarten. Dann kommt der berüchtigte Satz: „Schatz, du hättest doch nur mal sagen müssen, was ich machen soll“ und ihr oder ich gehen quasi in Flammen auf. Augenrollen in Meisterperfektion folgt dann meist, erwischt, oder?

Ihr erinnert euch, ich hab vorhin was von delegieren gesagt – aber reicht das schon? Bei weitem nicht. Denn auch ans Delegieren müssen wir dann denken und auch noch kontrollieren, ob alles zu unserer Zufriedenheit umgesetzt wurde. Nein, anders. Wir müssen generell aufteilen – und zwar auch das denken. Dabei muss dein Partner mitziehen und Bock drauf haben.

Wir müssen Gespräche führen und auch mal ganz artig zugeben, dass uns das doch gerade alles ein bisschen zu viel wird und gemeinsam schauen, wer wie wann was machen kann, damit keiner auf der Strecke bleibt. Kommunikation ist hier das A und O. Wir müssen dabei Freiräume schaffen, für beide und am besten gleichberechtigt und wisst ihr was dann kommt?

 

Das wirklich aller, allerschwerste. Wir müssen dann auch machen lassen. Vertrauen haben, dass Papa das schon meistert und uns wirklich auch rausnehmen – so wie wir es verabredet haben. Fies oder? Ja ich weiß, dein Gehirn rattert hier schon wieder und sucht nach Argumenten… „Aber, aber, aber…“ – nix aber! Machen! Wird dann mal was vergessen – mein Gott, schicken wir den Eltern halt Blumen über Fleurop hinteher. Ihr werdet sehen, es findet sich immer eine Lösung. Fragt euch hier bitte auch ganz ehrlich – was ist euer Problem und was macht euer Partner vielleicht wirklich falsch? Seid ihr irgendwo anderer Meinung? Gut so, das macht eure Partnerschaft aus und auch hier ist das Zauberwort: REDEN!

Zurück zu meinem Problem oder deins. Hand aufs Herz, kennst du deine eigenen Bedürfnisse? Kannst du zulassen zu denken „Och ich würde jetzt lieber mit ´nem kühlen Bier am Strand sitzen, als mit den Kids das 5 Mal Eisenbahn zu spielen“? Oder nagt da schon das schlechte Gewissen an dir? Mama, ich sag dir mal eins: Du darfst immer noch du sein. Du darfst Bock auf ein nettes Kaltgetränke im Sand haben und du darfst auch einfach mal rauswollen aus dem Stress. Oft fällt es uns jedoch nicht einmal auf, dass wir uns immer mehr wie ein schlechter Kompromiss von uns fühlen, weil wir schon viel zu lange ausgeharrt, gemacht und getan und nix gesagt haben. Deshalb ist es wichtig, sich selbst zu hinterfragen – was ist mir wichtig? Was ist mein Ziel? Was sind meine Träume? Denn auch als Mama darf man die haben und verwirklichen wollen. Ich will euch Mut machen, wieder zu euch zu finden – denn nur so könnt ihr auch dankbar annehmen, was euer Partner euch geben kann. Wie ihr es schafft euch gemeinsam wohlzufühlen, denn – SPOILERALARM – dein Glück liegt nur in deiner Hand, in keiner anderen.

Also entmistet euren Kopf, werdet euch klar was ihr wollt, hört auf perfekt sein zu wollen und traut Papa auch mal etwas zu. Happyfamily4ever 😊Ihr werdet schon sehen.

 

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